Es ist seltsam, aber anstelle die Orte als das zu erkennen, was sie sind, neige ich gelegentlich auf Reisen dazu, Parallelen zu jenen Orten herzustellen, die mir bekannt sind. Sehe ich die Pappeln in den Tälern der anatolischen Hochebene denke ich an Pappelalleen in der Wesermarsch, stehe ich an schilfbewachsenen Seeufern in kühler Morgensonne, denke ich an Dänemarkurlaube und kürzlich glaubte ich mich auf Island wiederzufinden: die Kraterseen Acıgöl und Meke Maar gaben Anlass dazu. An Kraterseen kann man in Ruhe mit dem Ifchen stehen, gucken und staunen, morgens drumherum eine Runde joggen oder auf Krater steigen (Aufstieg extrem anstrengend, Abstieg, auf Lavaasche surfend, extremRead More →

Heute haben wir das Tal des Todes besucht – das Tal des Todes des Kaisers Friedrich I., der über einhundert Jahre nach diesem Ereignis in Barbarossa (Rotbart) umbenannt wurde. Hier steht ein Gedenkstein für ihn an der Straße, der Anfang der 70er Jahre von der BRD errichtet wurde. Rotbart ist vermutlich im Jahr 1190 im Fluss Göksu ertrunken. Gerade war er mit seiner großen Räuberbande auf dem Weg nach Palästina, um die dort lebenden Menschen umzubringen („Kreuzzug“), da kam er selbst in diesem Fluss ums Leben. Er hatte einen Badeunfall, sagen die Chronisten. Ein wichtiger Kaiser hat kurz vor einer Eroberung einen „Badeunfall“ – sicherlich!Read More →

Entfernt man sich von Istanbul Richtung Binnenland, erhält man recht schnell ein Bild der ländlichen Türkei. Auf der gut asphaltierten Straße nach Antalya passiert man nur noch mittelgroße Städte und einige Dörfer, zeitweise ist man nur noch von Prärie umgeben, die am Horizont von massiven und zu jener Zeit schneebedeckten Bergen eingegrenzt wird. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Mongolei sozusagen, lediglich die Überlandleitungen erinnern daran, dass Zivilisation nicht fern ist. Nachts in der Hochebene ist uns bei einigen Minustemperaturen das Abwasser eingefroren, glücklicherweise nicht das Gas, so dass uns unsere Heizung treu geblieben ist. Das Gas hätte auch nicht einfrieren sollen, in Griechenland haben wir angeblich eine GasmischungRead More →

Wir fuhren durch den Norden Griechenlands von Westen nach Osten in Richtung Istanbul. Nach einer Übernachtung im grenznahen Vogelschutzgebiet im Mariza-Delta (Evros-Delta bzw. Meriç Nehri-Delta) – mit Sondererlaubnis der Parkranger – querten wir die Grenze. Auf türkischer Seite wurde das Ifchen von einem Röntgenapparat abgefahren und komplett durchleuchtet. Das Batteriefach unter dem Toilettenraum irritierte die Grenzwächter. Wahrscheinlich wirkten die Bleiplatten auf den Röntgenbildern mysteriös. So mussten wir dann die darüber befindliche Holzplatte entfernen. Eine Smartphone-Foto der Batterien wurde gemacht, und wir durften weiterfahren. Am Rande Istanbuls nächtigten wir auf einem Campingplatz und ließen das Fahrzeug am nächsten Tag dort stehen. Leider entpuppte sich die FahrtRead More →

Die Ereignisse von Mitte November 2016 liegen schon Ewigkeiten zurück – zumindest kommt Swantje und mir das so vor. Seitdem haben wir mehrere unterschiedliche Landschaften und Leute kennengelernt. Damals waren wir ganz andere Menschen! So unbedarft und ahnungslos. Trotzdem will ich euch an dieser Stelle zumindest einige Eindrücke aus den Abruzzen, die wir vor drei Monaten besucht haben, wiedergeben. Zwecks der Aufladung unser Bordbatterien steuerten wir den Campingplatz Orsa Minore im Dorf Campo di Giove südöstlich von Sulmona an. Nachdem wir uns in Millimeterarbeit unter dem dekorativen (aber mit 3,64 Metern Höhe sehr niedrigen) Einfahrtstorbogen durchgearbeitet hatten, traf ich auf den depressiven Campingplatzwirt. Der erörterteRead More →

Wer sich gerne in der Vertikalen am Seil bewegt, wird ins Kletterfieber geraten, wenn man von den Meteora-Felsen spricht. Vor 25 Mio. Jahren (jungtertiäres Miozän!) hat sich in dieser Region die Erdkruste tektonisch verformt, Wasser, Sand, und Geröll haben im Laufe weiterer Millionen von Jahren dazu beigetragen, dass diese Felsen und Zinnen bizarr aus dem Boden ragen und somit einen Hotspot für den Klettersport bilden. Im 9. Jahrhundert und vor allem im späten Mittelalter haben dann Eremiten und Mönche, die die Einsamkeit und die Nähe zu Gott schätzten, einige der Felsen mit Klöstern gekrönt, zu denen sie mit einkaufskorbähnlichen Sesselliften hochgezogen wurden. Die Einkaufskörbe wurdenRead More →

Einige Tage ist es mittlerweile her, dass Lew seinen Dachschaden in Tripoli behoben hat. Die Beschaffung eines Alubleches und die Suche nach einem geeigneten Platz für die Reparatur (Parkplatz hinter einem Trash-Laden) waren erfolgreich, das Zeitfenster, das für zum Beheben des Schadens zur Verfügung stand, war knapp, in den Tagen des offenen Daches hat es beinahe unaufhörlich geregnet. Über Náfplion, Mykene, Epidauros und Akrokorinth führte uns unsere Route an den Kanal von Korinth. Dank einer Piste, die oberhalb des Kanals entlang führt, kann man sich dem Kanal nähern, so weit man es selbst für vertretbar hält, denn die Wände, die weder Beton noch eine SpundwandRead More →

Wie gewünscht, hier zwei anschauliche Exemplare der Wohntürme in Vathia: Die letzte Volkszählung ergab, dass in Vathia noch sechs Personen leben. Angeblich hat ein Großteil der Bevölkerung im 19. Jahrhundert diesen Ort (damals noch in einer Schlucht nordöstlich des modernen 1840 entstandenen Standortes gelegen) aufgrund einer Blutfehde schlagartig verlassen. Es liegt aber auch nahe, dass die jungen Menschen Vathia aus dem gleichen Grund verlassen haben, wie all die anderen der maniatischen Dörfer: es gibt dort nichts zu tun – modern hin oder her, die Zukunft liegt woanders. In Gythio lag all unsere Hoffnung auf dem Mani-Museum, das uns leider mit unseren Fragen vor verschlossener TürRead More →

Wir haben es euch bislang verschwiegen: In Pompeji sind neue Mitbewohnerinnen im Ifchen zugestiegen. Wir haben irgendwo in der Wand oder im Fußboden eine Ameisenkolonie. Die Ameisen halten sich meistens dezent zurück und bleiben unsichtbar. Nur wenn ein Lebensmittel mit Honiganteilen herumsteht, bildet sich eine Ameisenstraße dorthin. Es besteht nun die Gefahr des Ausführens einer südeuropäischen Ameisenart auf andere Kontinente, was das dortige Ökosystem stören könnte. Und die Ameisen könnten unser Holzfachwerk auffuttern, so dass unsere Hütte über uns zusammenbricht. Deswegen haben ich mich an das Forum der Ameiseschutzwarte gewandt und dort um Rat gebeten.Read More →

Wir haben Kalamata verlassen, nicht ohne den stadttypischen Geruch als Erinnerung mit uns zu nehmen. Am letzten Abend habe ich frisch gewaschene Wäsche zwischen die benachbarten Segelboote zum Trocknen aufgehängt, in der Hoffnung, den Frischegrad durch die Lufttrocknung zu optimieren. In der Nacht haben sich die Gerüche der fisch- und olivenverarbeitenden Industrie in ihr verfangen. Mit dem Geruch des Hafens zog es uns nun auf die Halbinsel Mani (Mittelfinger der Peloponnes). Betroffene haben uns bereits vom kräftigen Wintereinbruch in Deutschland berichtet. Und da es nicht unsere Absicht ist, mit permanenter Schönwetterfotografie Neid hervorzurufen – so sah es heute Morgen vor der Tür aus: Die unterRead More →