Vor etwa zwei Wochen haben wir die Grenze zwischen der spannenden Reisewelt und dem Universum des akkurat gemähten Rasens und der klaren Reglementierungen überschritten. Diese Grenze lässt sich sogar recht genau verorten: sie verläuft grob entlang der Landesgrenze zwischen Bosnien und Kroatien. Gartenzwerge und Wohnmobilstellplatzverordnungen verlocken uns nicht, und so sind wir flugs weiter durch Slowenien, Österreich und Deutschland geeilt, um im Letzgenannten Reisebekanntschaften aus Asien zu treffen und gemeinsam Erinnerungen an die Ferne zu rekapitulieren. Doch vorher konnten wir einen Blick auf den Balkan zwischen Kroatien und Griechenland werfen – und dort auch noch ein Abenteuer erleben. Doch der Reihe nach. Nach der EntspannungszeitRead More →

Mittlerweile liegt auch Tiflis schon weit hinter uns. Lew war heil aus Deutschland zurückgekehrt und wir setzten unseren Weg durch die Türkei fort. Bei diesem zweiten Türkeibesuch wählten wir die schnelle Strecke entlang der Schwarzmeerküste. Eine heillos zugebaute Küste, die zwar schöne Aussichten auf das Schwarze Meer während der Fahrt auf der Hauptstraße bietet, jedoch aus genau dem gleichen Grund nicht zu entspannten Stopps einlädt. Man muss es sich so vorstellen: das Meer trifft auf einen maximal acht Meter breiten zugemüllten Strand, hinter dem sich die vierspurige Hauptstraße anschließt, auf deren andere Straßenseite die ersten Häuserreihen der ineinander übergehenden kleineren und größeren Städte aufragen. ZudemRead More →

So war es nun, wir mussten uns nach den Abenteuern in der Lut innerlich vom Iran verabschieden, denn viele Fahrtage standen uns bevor. Wir kalkulierten mit eineinhalb Wochen bis nach Tiflis. Einen kurzen Abstecher gönnten wir uns noch: wir wollten die besonders alte Altstadt von Yazd besuchen. Diese besonders alte Altstadt ist vor allem deshalb so alt, da sie während der Eroberung von den Mongolen nicht zerstört wurde. Welche der Lehmziegel noch aus den Gründungstagen stammen, bleibt fraglich.  Yazd ist eine Oasenstadt, sprich, um sie herum befinden sich die Wüste Lut und die Wüste Kawir. Von jeher galt es in Yazd, sich um zwei wichtigeRead More →

Mit unserem nächsten Ziel im Auge – der Wüste Lut (auf Deutsch die Leere) – steuerten wir die alte Schmugglerstadt Kerman an. Dort wurden Nahrungsmittel und Wasser für die Wüstenexpedition aufgenommen. Zufällig trafen wir auf Susi & Malte. Die beiden waren Reisefrischlinge. Gerade einmal zehn Wochen vor unserer Begegnung waren sie mit ihrer jugendlichen Hündin Merle und ihrem völlig geländeuntauglichen Bulli Heinrich aus Deutschland auf große Reise aufgebrochen. Der Bulli Heinrich strotzt nur so vor mangelnder Eignung zum Befahren von schwierigem Terrain, zum Beispiel einer Wüste. Der Bus hat nicht nur keinen Allradantrieb und keine Differenzialsperren, sondern auch ungeeignete Bereifung. Zur Krönung ist an derRead More →

Was haben wir auf der Reise für Schauergeschichten über den Grenzübertritt in den Iran gehört: Papierchaos, aufdringliche Schlepper, Stempelwahnsinn, unnötiges Aufzwingen von Versicherungen… Gegen all das konnte Lew sich erfolgreich wehren, und schlußendlich konnten wir mit wenig Nervenverlust und einem korrekt abgestempelten Carnet de Passage in das Land einreisen. Das war vor circa drei Wochen, in denen uns Natur und Menschen auf angenehme Art und Weise daran hinderten, Zeit für einen Blogeintrag zu finden. Im Norden des Irans erwartete uns ein Wintereinbruch mit Schneestürmen, die das Fahren auf den ungeräumten Straßen beinahe unmöglich machten. Unser Wille jedoch, mit Winter, Schnee und Kälte nun wirklich nichtsRead More →

Es gibt zwei wichtige Dinge, die wir bislang auf der Reise verinnerlicht haben: geduldig sein und jedes Warten hat einmal ein Ende. Nach fast vier Wochen in Tiflis hatten wir beschlossen, dass der Zeitpunkt gekommen ist, an dem das Warten auf ein Paket aus Deutschland ein Ende haben muss. Die Beschaffung der Iranvisa verlief unproblematisch, der Versand eines Pakets von Deutschland nach Georgien löste dagegen beinahe eine Retraumatisierung bei Lew und mir aus. Denn nachdem es zunächst die Lagerstationen in Deutschland nicht verlassen wollte, war DHL drauf und dran, das Paket nach Georgia, USA zu befördern. Um nicht noch einmal wie damals in Omsk denRead More →

Gerade sind wir in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, und warten auf das Fortsetzen der Reise. Das neue Ziel heißt: durch Aserbaidschan in den Iran! Dort soll der halbe Winter verbracht werden. Dafür sind noch einige Papiere und Ersatzteile zu organisieren. Nach der Abholung des neuen Ersatzrades in Pjatigorsk, welches der IFA-Reisemobil-Kollege Serg uns netterweise besorgt hatte, legten wir Tiflis als neues Etappenziel fest. Hier soll alles Nötige für die Weiterfahrt eingesammelt werden. Um die georgische Hauptstadt zu erreichen, mussten wir das winterliche Kaukasus-Gebirge überqueren — diesmal von Norden nach Süden. Vor  haben wir im russischen Kurort Kislowodsk etwas Zeit verbracht. Die russische Bezeichnung für Kurort ist übrigens курортRead More →

In manchen Momenten erschien es uns undenkbar, dass der transsibirische Highway und die tägliche Fahrerei auch mal ein Ende haben werden. Aber irgendwann war es soweit: Sibirien lag hinter uns, und wir beschlossen, nach Tomsk den ersten ernst zunehmenden Stopp in Wolgograd zu machen. 3500 km sind wir zwischen diesen beiden Städten in 13 Tagen gefahren. Da in Wolgograd während des Zweiten Weltkrieges kein Stein mehr auf dem anderen blieb, wurde die Stadt ab 1943 ganz im sowjetischen Chic wieder aufgebaut. Und so prägen mächtige Bauten im Stil des Sozialistischen Klassizismus die Innenstadt und das Wolgaufer, während mich die Wohnviertel mit ihren Plattenbauten ein bisschenRead More →