Im Tal des Todes (von Barbarossa)

Heute haben wir das Tal des Todes besucht – das Tal des Todes des Kaisers Friedrich I., der über einhundert Jahre nach diesem Ereignis in Barbarossa (Rotbart) umbenannt wurde. Hier steht ein Gedenkstein für ihn an der Straße, der Anfang der 70er Jahre von der BRD errichtet wurde.

Ifchen im Tal des Todes

Rotbart ist vermutlich im Jahr 1190 im Fluss Göksu ertrunken. Gerade war er mit seiner großen Räuberbande auf dem Weg nach Palästina, um die dort lebenden Menschen umzubringen („Kreuzzug“), da kam er selbst in diesem Fluss ums Leben. Er hatte einen Badeunfall, sagen die Chronisten. Ein wichtiger Kaiser hat kurz vor einer Eroberung einen „Badeunfall“ – sicherlich! Das klingt ähnlich glaubhaft wie die zufälligen fünf Todesfälle der Zeugen im NSU-Prozess, kurz bevor sie aussagen konnten.

Hier fließt der Fluss Göksu (von Barbarossa Saleph genannt)

Aber wer war dieser Barbarossa? Den Namen habe ich schon häufig gehört, er klingt irgendwie bedeutungsvoll. Eine kurze Recherche ergab: Ein gewöhnlicher Kaiser wie hunderte andere mittelalterliche Herrscher. Er hat plündern und morden lassen und sein Leben lang um die Macht gekämpft. Aber wieso schwirrt gerade dieser Name (den er selbst gar nicht benutzt hat) im öffentlichen Bewusstsein umher, während die anderen vergessen sind?

Die Antwort liegt in der Erfindung des (deutschen) Nationalismus im 19. Jahrhundert. In dieser Zeit haben die Nationalisten sich Mythen ausdenken müssen, die Deutschland als Einheit rechtfertigten. Dazu haben sie die Figur Barbarossa erfunden, angelehnt an den historischen Herrscher. Der echte Barbarossa verfolgte eine brutale und kriegerische Politik, um sich als Herrscher über ein mitteleuropäische Reich zu etablieren. Er war dabei nicht besonders erfolgreich, die modernen Nationalisten erklärten ihn aber zum mittelalterlichen Frühnationalisten und Einiger eines deutschen Reiches. Er raubte sich damals tatsächlich ein großes Herrschaftsgebiet zusammen, welches aber nach seinem Ertrinken gleich wieder zerfiel.

Wir campen an der Stelle, an der Barbarossa wohl ertrunken ist.

2 Kommentare

  1. Schlammflüsse stehen dem Ifa gut! Wart ihr auch baden? Liebe Grüße von den Ufern des Schuylkill!

    Der ist aber so blau wie Swantjes Augen.

  2. Dank der Aktualisierung der Karte konnte ich sehen, dass Ihr an der Südseite des Kratersees Narli Göl steht bzw. gestern standet, am Rande, so scheint mir, eines Wäldchens. Narli Göl muss mit etwa 1km Durchmesser eine beeindruckende Größe haben. Ich hoffe, das Termal Otel hat offen und ihr konntet es genießen.
    Sehr schön ist das, Euren Weg auf diese Weise verfolgen zu können.

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