In der mongolischen Steppe

Wir sind nun in einem Landstrich, dessen Bevölkerung dem Ursprung nach mehrheitlich mongolisch ist. Der Buddhismus ist die vorherrschende Religion.

Ein Gebetstuch vor dem Goldenen Tempel, der vom Dalai Lama persönlich eingeweiht wurde.
Die lokale Tracht. Zumindest soll sie früher so gewesen sein, sagt das Museum.

Die Hauptstadt ist umgeben von Steppe (und etwas Wüste). Dort trifft man viele nette Tiere.

Kamele schauen uns an.

Die seltenen Saiga-Antilopen (die mit den lustigen Nasen) leben hier in einem Reservat. Wir haben sie bislang nicht getroffen.

Die Leute haben früher in Jurten gelebt; das tun sie heute nicht mehr. Nur im Museum konnten wir uns eine Jurte anschauen.

Die Frage ist nun: wo sind wir?

In Europa – in der autonomen Republik Kalmückien in Russland. Ein mongolisches Volk ist vor etwa 400 Jahren hierher gezogen und geblieben. Die Steppe hier hat ihnen wohl gefallen. Uns auch.

Doch zuerst waren wir eine Weile in der Hauptstadt Elista. Man fühlt sich wie in einer Stadt in der Mongolei. Glaube ich, obwohl ich noch nie in der Mongolei gewesen bin.

Hier gibt es andere Denkmäler als in den anderen Ex-Sowjetrepubliken. Vielleicht wurde den Herrschern aus Moskau erklärt, dass es sich hierbei um eine Lenin-Interpretation handelte?
Fotoshooting einer kalmückischen Hochzeitsgesellschaft am Goldenen Tempel in Elista.
Tulpen spielen hier eine wichtige Rolle.
Lenin schaut von hinten aus seiner dunklen Ecke auf die großen Lotosblumen.
Hier gibt es unsozialistische Architektur.
Lew schaut die Pagode an.

Nach der Stadtbesichtigung ging es in die Natur, die hier flach, groß und weit ist. Und bevölkert mit erstaunlich vielen Tieren.

Am nächsten Morgen wurden wir spontan von einer Reisegruppe aus Moskau entführt. Sie verschleppten uns, und wir wurden von ihrem Naturpark-Führer in dessen Bus zu mehreren Naturbeobachtungsstellen kutschiert.

Naturbeobachtungsreisegruppenreise.

So sahen wir die weltberühmte Tulpenblüte, welche jedes Jahr Ende April in der kalmückischen Steppe stattfindet.

Tulpenblüte in der Steppe.
Swantje im Tulpenmeer.
Lew im Tulpenmeer.

Habe ich schon erwähnt, dass es in Kalmückien immer sehr windig ist?

Wir trafen ein paar junge Steppenfüchse.
Wild herumpfeifende Murmeltiere wurden gesichtet. Mögen die nicht eigentlich lieber Berge?
Ein Staksvogel mit komischen Beinen.

Nach dem sehr netten Gruppenausflug machten wir uns dann wieder zu zweit auf den Weg.

Steppenfahrt.

Überall riecht es nach Wermutkraut, das hier gerne und viel wächst.
Nun sind wir drei Nächte an dem See geblieben. Morgen wird es weiter gehen in Richtung Astrachan.

Gute Nacht!

4 Kommentare

  1. Voll schön! Ich mag besonders, dass in deinen Berichten immer Tiere so viel vorkommen, Lew. Liebe Grüße!

  2. Ich bin auch begeistert vom Naturspektakel! Viele Grüsse aus Berlin, wo es zwar endlich grün aber auch ziemlich windig ist.

  3. Das sind ja interessante Berichte. Das Stalin-Museum hatte ich mir anders vorgestellt; etwa im Stil der sozialistischen Kulturhäuser der 50iger-Jahre. Tatsächlich haben sich die Erbauer, klassisch-griechisch inspiriert, konsequent von der Stalin-Architektur entfernt.
    Die Inhalte scheinen „Radio Jerewan“ in Euch erweckt zu haben. Eine richtig gute Geschichte.
    Kalmückien wirkt ja wunderschön, voller Farben, warmem Licht und netten Tieren. Bilder, die komplettes Nichts-Wissen von Kalmückien auf schönste Weise füllen.

  4. Hallo Swantje, hallo Lew
    am Wochenende kam eure Karte aus Georgien. Das war eine tolle Überraschung ! Lieben Dank dafür. Ich finde nicht regelmäßig Zeit, aber ich erahne, wie spannend diese Reise in nicht von Touristen überfluteten Gegenden ist. Ganz tolle Fotos…..ich werde euch trotzdem zu Weihnachten vermissen.

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