Jassoú Elláda!

Die zweite Fährfahrt liegt hinter uns, damit verbunden der Abschied von Italien. Seit ein paar Tagen befinden wir uns in Griechenland. Habe ich erwähnt, dass die Überfahrt von Salerno nach Palermo abenteuerlich war? Diese wurde nun in ihrer Abenteuerlichkeit übertroffen, detaillierte Ausführungen wären geschmacklos. Es ist bemerkenswert, wie scheinbar erwachsene Menschen all ihre erlernten Fähigkeiten in sozialen Gefügen wahrlich über Bord werfen können. Schlussendlich erhielten Lew und ich für die Verhältnisse eines der bequemsten Nachtlager, mit Hilfe eines wohlwollenden Stewarts, dessen Mitleid auf unserer Seite war. Uns wurde eine Art VIP-Lounge mit 24-Stunden-TV und künstlichem Tageslicht angeboten, zu der man offenbar nur auf Anfrage Zutritt erhält. Mir war es etwas unangenehm, meine Bedürfnisse befriedigt zu wissen, während sich andere Mitreisende den Fußboden auf den Decks teilen mussten. Aus Gründen der Solidarität hätte ich gerne mitgeteilt, hätten noch weitere Lücken zur Auswahl gestanden als jene vor den Zockerautomaten, die Spielerschweiß und Bier der vergangenen zwei Jahren konservierten, oder in den Toilettenvorräumen.

Priviligiert: nur der IFA hätte mehr Komfort bieten können

Und trotzdem: Brindisi – Patras muss zu den beeindruckendsten Fährstrecken im Mittelmeerraum zählen, die Fähre scheint die Felsküsten der griechischen Inseln beinahe zu touchieren. Seit unserer Ankunft auf der Peloponnes fahren wir die westlichste Küste Messéniens hinunter. Und nun scheint der Titel unseres Blogs unseren Wegen gerecht zu werden. Im Gegensatz zu nord-westlich gelegenen europäischen Ländern gibt es in Griechenland eine Vielzahl an miteinander verbundenen Pisten, die einen nicht nach 200 Metern zwingen wieder umzukehren. Wir freuen uns über den Anblick von zahlreichen gestrichelten Wegen in unseren Karten und der Ifa kommt langsam in sein Element.

Noch keine Flussdurchquerung, aber immerhin…

 

Der Ifa beim Schafetreiben

 

Ifchen im Sandkasten

 

Hier auf der Peloponnes hatten wir unseren ersten Kontakt mit anderen Reisenden, die sich neun Monate Zeit genommen haben, um Europa zu bereisen. Zudem kamen sie aus Finnland! Unglaublich, denn Reisende trifft man zu dieser Jahreszeit nur sehr selten, als nächstes rechnen wir mit einer Bekanntschaft mit Reisenden aus Island. Nachdem wir uns – mit Ausnahme der finnischen Begegnung – in den vergangenen Tagen der Einsamkeit am Strand hingegeben haben, zieht es uns mal wieder in die Nähe anderer Menschen und steuern morgen das Hafenstädtchen Pýlos an – Tyrokaftéri statt Gänsebraten.

Und so sehen wir Weihnachten…

…oder besser, der Sonne entgegen.

 

 

 

 

 

 

 

1 Kommentar

  1. Eine gute Geschichte und schöne Bilder. Es ist immer eine große Freude, einen neuen bebilderten Kommentar zu finden.
    Den Peleponnes habe ich in guter Erinnerung als wildes Land, Sommerhitze, bewohnt von vielen Tier- und Insektengeschöpfen.
    Ich packe gerade die Weihnachtsutensilien zusammen, um mit Herta zu den Harfords zu fahren. Der Gänsebraten wird mit Tyrokafteri eine gewisse Ähnlichkeit haben, so ahne ich mal. Die Aussicht aber…
    Habt einen schönen Weihnachtstag in Pylos oder in der Nähe.
    Mein Wunsch ist: nehmt das Stativ raus und macht ein Foto von Euch beiden vor Ifchen in seinem Element, Meer, Bergpanorama… Wie es gerade ist.
    Ihr werdet bei uns sein beim Weihnachtsfest, dass wir wohl zur Freude aller gestalten können.

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