Lanciano: eine Speergeschichte

Die Flucht aus den regnerischen Alpen hat uns zur ersten Station in den Abruzzen geführt: Lanciano. Tatsächlich bescherte uns das südeuropäische Meeresklima hier endlich Sonnenschein.

Die Stadt stellte uns einen privilegierten Stellplatz mit eigenem Aufzug direkt unter der Altstadt bereit. Von dort aus haben wir sie dann erkundet. Schon in der Antike gegründet, ist sie über die Jahrtausende gewachsen. Entsprechend bezaubernd sind die verwinkelten Gassen.

Italienische Szene: Gasse in Lanciano
Italienische Szene: Gasse in Lanciano

Spuren von Jahrhunderten christlichen Aberglaubens sind auch zu finden. Es herrscht kein Mangel an interessanten katholischen Gebäuden jeder Art.

Christliche Tür in Lanciano
Christliche Tür in Lanciano

Schon der Name der Stadt geht auf eine solche Story zurück. Ein römischer Offizier namens Schw. Longus – nein: Longinus hieß er – soll seinen Speer in Jesus‘ Körper gerammt haben. Nachdem der schon tot war, wohlgemerkt. Später hat Longinus gemerkt, dass Jesus‘ Blut Zauberkräfte hat. Daraufhin wurde er Christ und Begründer des Jesus-Blutkultes.

Im Christentum gibt es mindestens vier Lanzenspitzen, die als Original-Longinus-Speer verehrt werden (und denen entsprechend auch Zauberkräfte zugeschrieben werden). Ganz im christlichen Sinne garantiert das Mitführen der echten Lanze Unbesiegbarkeit im Krieg (siehe Heilige Lanze bei Wikipedia), worauf auch z.B. Adolf Hitler gesetzt hat.

Die Stadt Lanciano (grob übersetzt „die Speerige“) wurde nach ebenjener Waffe benannt, da Longinus hier geboren worden sein soll.

Sonne auf Balkon in Lanciano
Sonne auf Balkon in Lanciano

Die Stadt (und ein Besuch in einem christlichen Museum) hat mich also zu einer Menge Wikipedia-Lesen motiviert. Ich habe hier einiges gelernt. Dennoch stand handwerkliche Arbeit an: das Dach musste neu abgedichtet werden.

Die Dach des Ifchens wird neu abgedichtet.
Die Dach des Ifchens wird neu abgedichtet.

Nach einigen schönen Tagen in Lanciano war dann klar, dass wir uns durch die Abruzzen in Richtung Rom weiterbewegen würden. Als nächste Station wurde das wilde Innere der Abruzzen angepeilt, ein Naturpark bei Campo di Giove.

1 Kommentar

  1. Endlich, endlich – neue Einträge. Wollte mich schon unlängst beschwert haben. Nun können wir endlich gedanklich wieder mit- bzw. nachreisen und weitere Nadeln in die Europakarte pinnen.

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